Was wir anbieten
Unsere "Lumii KJPP" ist eine Praxis nach dem sogenannten "sozialpsychiatrischen Versorgungskonzept". Die Begleitung, Beratung und Behandlung bei uns erfolgt also von Beginn an im sogenannten "multiprofessionellen Team" (z. B. PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, HeilpädagogInnen, SozialpädagogInnen, ÄrztInnen, MFA). Zunächst erfolgt eine ausführliche Besprechung der aktuellen Lage, damit wir einen guten Überblick über die Situation bekommen. Im nächsten Schritt planen wir dann das weitere Vorgehen und überlegen gemeinsam mit euch was benötigt wird (Diagnostik? Übungen? Beratung? Klassische Verhaltenstherapie? Evtl. Medikamente? Oder weitere Untersuchungen oder Behandlungen bei anderen Fachbereichen wie Pädaudiologie, Optometrie, Ergotherapie, Logopädie?). Je nachdem, was wir gemeinsam herausgefunden haben, erfolgen dann Termine bei uns im Team im Einzel- oder Gruppen-Setting. Manchmal erfolgt auch nur eine Beratung oder Kontrolltermine in Kooperation mit anderen Fachärzten oder Therapeuten. Termine können wir meist in einem Intervall von ca. 4 Wochen anbieten. Daher arbeiten wir auch in Kooperation mit PsychotherapeutInnen, bei denen auch häufiger Termine in höherer Frequenz, zum Beispiel einmal wöchentlich, möglich sind. Wir selbst bieten auch Psychotherapie an, aber haben hierfür eine Warteliste. Aktuelles zum Stand der Warteliste findet ihr unter "Kontakt".
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​WICHTIG: Info zum Ablauf bei uns
Um Familien schneller die Möglichkeit einer Beratung und Diagnostik anzubieten, haben wir Termine extra für diesen Zweck reserviert. Das ist sinnvoll, weil nicht alle kinder- und jugendpsychologischen Praxen in der Umgebung ein so umfangreiches Testungssortiment sowie eine multiprofessionelle Expertise aufweisen und daher nicht alle für jeden Bereich geeignetes Diagnostikmaterial zur Verfügung haben, jedoch die Folgebehandlung übernehmen könnten. Manchmal ist auch gar keine psychotherapeutische Behandlung notwendig, so dass die Diagnostik einfach mehr Klarheit bringt und alternative Unterstützungsmöglichkeiten besprochen werden können.
Daher erfolgt die Aufnahme bei uns zunächst zur Diagnostik und Situationsbesprechung, da wir genau schauen möchten, worum es geht und ob wir die passenden Unterstützungsmöglichkeiten anbieten können oder ob es auch andere Möglichkeiten der Unterstützung gäbe (zum Beispiel die Rezeptierung von DiGAs, Ergo- oder Logotherapie, ein Nachteilsausgleich für die Schule oder ähnliches).
Im zweiten Schritt schauen wir, ob wir ein bedarfsgerechtes Angebot machen können. Das hängt zum einen davon ab, ob die in der Diagnostik / Situationsanalyse festgestellten Anliegen zum Angebot in unserem Team passen. Zum anderen aber auch davon, ob wir zu dem Zeitpunkt einen passenden Platz frei haben.
Es kann daher auch sein, dass wir nach der Diagnostik keinen sofortigen Therapieplatz anbieten können und an passende Einrichtungen oder Kollegen weiterempfehlen. Wir geben uns aber Mühe, Familien / Patientinnen und Patienten, welche bei uns die Diagnostik gemacht haben, beim Freiwerden von Therapieplätzen besonders zu berücksichtigen, wenn diese auf unserer Warteliste bleiben möchten.
Bitte beachtet, dass eine Aufnahme bei uns als Kassenleistung nicht möglich ist, wenn gleichzeitig Termine in einer Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) oder einem SPZ stattfinden, da das Angebot zu ähnlich ist. Falls eine Aufnahme bei uns gewünscht ist, muss die Behandlung in der PIA oder dem SPZ leider beendet oder für die Zeit pausiert werden. Eine gleichzeitige psychotherapeutische Behandlung ist jedoch möglich!​
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Was macht eigentlich ein / eine Kinder- & JugendpsychiaterIn?
FachärztInnen für Kinder- & Jugend-psychiatrie sind MedizinerInnen, die nach dem erfolgreich abgeschlossenen Medizin-Studium eine mehrjährige "Facharzt-Weiterbildung" absolviert haben. Also ExpertenInnen in einem Fach der Medizin. Kinder- und Jugend-psychiaterInnen helfen Kindern, Jugendlichen oder Familien dabei, schwerwiegende Probleme zu lösen, die mit Entwicklungs-, Verhaltensauffälligkeiten oder seelischen Nöten einhergehen. Das können eine ganze Menge Dinge sein, zum Beispiel (Achtung, es wird lang): Probleme mit dem Essen, Ängste, Konzentrations-schwierigkeiten, Schulprobleme, Zwänge, aggressives Verhalten, selbstverletzendes Verhalten, Sinnestäuschungen, sozialer Rückzug, Mobbing, Wahrnehmungs-veränderungen oder Stimmungs-veränderungen - wie eine Depression. Gemeinsam mit den Kindern / Jugendlichen und deren Eltern ergründen wir mögliche Ursachen und stellen ein sogenanntes "multimodales" Behandlungskonzept auf (z. B. psychosoziale Maßnahmen, Übungen, psychotherapeutische und entwicklungs-therapeutische Maßnahmen, Kooperation mit Schule und Jugendhilfe, evtl. auch medikamentöse Behandlung). Manchmal gibt es auch mehrere Lösungsmöglichkeiten, die besprochen werden. Ein wichtiger Teil der kinder- und jugendpsychiatrischen Arbeit ist auch die Kooperation mit anderen Fachgruppen (z. B. KinderärztInnen, Kliniken, PsychotherapeutInnen, SozialpädagogInnen, ErgotherapeutInnen, HeilpädagogInnen, andere FachtherapeutInnen, LogopädInnen, Ernährungsberater, Jugendhilfe), um den Betroffenen möglichst umfangreich und ganzheitlich helfen zu können.
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Und was ist der Unterschied zum / zur Kinder- & Jugendlichen-psychotherapeutIn?
Kinder- & Jugend- PsychotherapeutInnen sind ExpertInnen für die psychische Entwicklung und das Verhalten von Kindern und Jugendlichen. Sie haben in der Regel Psychologie oder Sonderpädagogik studiert und dann eine mehrjährige Weiterbildung in Kinder- und Jugend-psychotherapie absolviert. Sie können in verschiedenen Bereichen arbeiten, darunter Diagnose, Beratung, Therapie und Forschung. Im Gegensatz zu Psychiatern / ÄrztInnen können PsychologInnen und PsychotherapeutInnen keine Medikamente verschreiben, sie wenden nicht-medikamentöse Interventionen an wie tiefenpsychologische Therapie, Verhaltens-therapie und systemische Therapie. Es gibt aber auch ÄrztInnen, die überwiegend psychotherapeutisch arbeiten.
Insgesamt liegt der Hauptunterschied zwischen einer/einem KinderpsychiaterIn und einer/einem KinderpsychotherapeutIn in der Grund-Ausbildung (Medizin vs. andere Studiengänge) und den Ihnen zur Verfügung stehenden therapeutischen Interventionen (medizinische, entwicklungstherapeutische, psychotherapeutische Interventionen usw).
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Kurze Unterstützung bezüglich der ganzen Begrifflichkeiten:
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Die "Welt" der Psychotherapie ist manchmal ganz schön verwirrend. Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater, Sozialpsychiatrie, was ist da überhapt der Unterschied? Schnell ist man da überfordert und weiß gar nicht, was man eigentlich anmelden soll... daher hier eine kurze Übersicht über die Begriffe:
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Psychiater: hat Medizin studiert, ist Arzt/Ärztin, kann Medikamente verschreiben. Macht manchmal auch Psychotherapie, aber nicht immer, oft auch nur medizinische Beratung, Untersuchung und Behandlung.
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Psychologe/Psychologin: hat Psychologie studiert, nicht immer auch im Bereich Psychotherapie spezialisiert.
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Psychotherapeutin/Psychotherapeut: hat Zusatzqualifikation für Psychotherapie. Es gibt verschiedene Richtungen, zum Beispiel Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologische Therapie, Systemische Therapie.
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Sozialpsychiatrie: multiprofessionelles Team (meist eine Ärztin / ein Arzt und weitere Teammitglieder unterschiedlicher Berufe, bei uns sind es Psychotherapeutinnen, Psychotherapeutinnen in Ausbildung, Sozialpädagoginnen, eine Heilpädagogin)
